Farbmanagement – Abstimmung zwischen Digitalkamera und Co.

Dies ist ein Gastartikel von Lutz Hufrath. Er beschäftigt sich seit langer Zeit mit der Fotografie und ist auch der Betreiber des Fotoblogs digicam-blogger.de, auf dem er regelmäßig über Neuerscheinungen und interessante Themen rund um die Fotografie berichtet.
Jeder passionierte Hobbyfotograf kennt die Probleme: Blasse Bilder trotz teurer Digitalkamera, denn viel Geld in die Ausrüstung zu investieren bedeutet nicht automatisch tolle Bilder. Ein Preisvergleich für Digitalkameras lohnt sich also immer.
Oder auch das Problem der rot- oder grünstichigen Abzüge trotz gewissenhafter Nachbearbeitung. Diese Mängel können durch Fehler beim Fotografieren oder durch Schnitzer in der Bildbearbeitung hervorgerufen werden, meist liegt der Fehler aber woanders.
Alle Geräte, die am Bilddarstellungs- und Bildbearbeitungsprozess beteiligt sind, stellen Farben auf eine spezifische Weise dar. Wer sich Bilder nur am Display seiner Digitalkamera ansieht, den wird diese Tatsache nicht stören: Wer aber die Rohdaten der Kamera auf einem andere Medium ausgeben will, ist mit dem Problem konfrontiert, dass die Wiedergabe der Rohdaten auf einem anderen Medium verfälscht wird; denn nur in Ausnahmefällen stimmt die Farbdarstellung zweier Geräte überein. Diese Abstimmungsprobleme zwischen den Geräten können nur vermieden werden, wenn ein kohärentes Farbmanagement etabliert wird.
Die Basis eines einheitlichen Farbmanagements besteht aus zwei Bestandteilen: einem Referenzfarbraum, der unabhängig von den Ein- und Ausgabegeräten Farbe und Farbdarstellung einheitlich definiert, und aus den standardisierten Profildateien der Ein- und Ausgabegeräten.
Die Grundlage eines guten Farbmanagements ist ein übergeordneter, geräteunabhängiger Farbraum. Als Standard gilt das CIE (Commission Internationale de l’Eclairage) LAB-Farbmodell, mit dem Farben und Farbdarstellungen mathematisch exakt beschrieben werden können. Es beruht nicht auf den herkömmlichen Farbmodellen RGB und CMYK, es orientiert sich vielmehr an der menschlichen Farbwahrnehmung.
Die Profile der einzelnen Ein- und Ausgabegeräte sind der zweite wesentliche Teil. Unter diesen Profilen sind genormte Dateisätze zu verstehen, die das Farbspektrum der Geräte erfassen. Diese Geräteprofile sind ebenfalls in einem Standard erstellt, ein Standard, den das International Color Consortium (ICC) definiert hat. Unterschieden werden Inputprofile (Scanner, Kamera), Monitorprofile (Bildschirm) und Outputprofile (Drucker, Druckpressen).
Die Profilierung von Monitoren, Druckern und Scannern hat sich inzwischen weitläufig durchgesetzt, doch zu einem kohärenten Farbmanagement gehört auch ein Profil der Digitalkamera. Dazu werden verschiedene Tools auf dem Markt angeboten, ihnen gemeinsam ist, dass mit der Digitalkamera ein Target fotografiert wird. Dieses Foto wird in das Programm geladen, das die ermittelten Farbwerte mit den Referenzwerten vergleicht. Aus dem Vergleich erstellt die Software das ICC-Profil.
In ähnlicher Weise werden auch die Profile der anderen Geräte erstellt. Erst wenn von jedem an der Bildbearbeitung beteiligten Geräte ein genaues ICC-Profil erstellt und mit dem LAB-Farbmodell ein Referenzfarbraum gefunden ist, lassen sich die spezifischen Farbräume der Einzelgeräte ausgleichen. Und erst dann ist ein geschlossenes Farbmanagement hergestellt.
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