Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (4)
- am 14. Dezember 2009
- von Thomas Zilch
- in Bildbearbeitung
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Im letzten Artikel wurde der Import unserer Bilder von der Speicherkarte auf den Rechner besprochen. Wir haben dabei schon einige Dinge automatisiert, wie z.B. die Umbenennung der Bilddateien und die Vergabe von Metadaten. In diesem Artikel werden wir nun die schlechten Bilder aussortieren und die übriggebliebenen Kategorisieren und Verschlagworten.
4. Zweiter Workflow-Schritt: 1. Sichtung
Durch den vorangegangenen Import haben wir alle Bilder auf den Rechner kopiert – auch die Misslungenen. Daher geht es nun zum erstem Mal ans Sichten und Aussortieren.
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Das Bibliotheksmodul von Lightroom bietet verschiedene Ansichtsoptionen. Die erste Sichtung führe ich in der Lupenansicht durch, d.h. das zu beurteilende Bild füllt den gesamten Bildschirm aus. Der Filmstreifen wird weiterhin am unteren Bildschirmrand angezeigt.
Es ist nicht empfehlenswert, die Bilder sofort zu löschen, vielmehr sollte man die Bilder zunächst entsprechend der beabsichtigten Verwendung markieren, und die Entscheidung über die endgültige Löschung erst am Ende des Sichtungsdurchgangs fällen. In Lightroom kann man zu diesem Zweck Bilder mit Tastenkombinationen auf dreierlei Art markieren: “Unmarkiert”, “Markiert” und “Abgelehnt”. Die Markierung wird als kleine Fahne in der oberen linken Ecke des Miniaturbildes angezeigt.
Markiert man ein Bild als “Abgelehnt”, so wird es zudem “ausgegraut” dargestellt.
Die einzelnen Markierungsstatus können per Shortkey vergeben werden: “Unmarkiert” = U, “Markiert” = P, “Abgelehnt” = X. Man kann nun bequem den gesamten Filmstreifen durchgehen und die Bilder markieren.
Was ist der Unterschied zwischen “P” und “U”? Man kann entweder die zu löschenden Bilder gleich mit einem “X” als “Abgelehnt” markieren, oder man kann gleich in diesem Durchgang besondere Bilder, z.B. die die zuerst nachbearbeitet werden sollen, weil sie besonders gut geworden sind, sofort mit “P” markieren. Ich selbst verwende in diesem ersten Sichtungsdurchgang nur die “X”-Markierung, um technisch oder motivlich misslungene Bilder auszusondern.
Nachdem man alle Bilder, d.h. den letzten Import, durchgesehen und die auszusondernden Bilder markiert hat, kann man mit der Tastenkombination “Cmd-Backspace” oder mit dem Menüpunkt “Foto – Abgelehnte Fotos löschen” die mit “X” markierten Bilder löschen. Es erfolgt noch eine Sicherheitsabfrage und im Filmstreifen am unteren Bildschirmrand werden die abgelehnten Bilder angezeigt. Bestätigt man die Sicherheitsabfrage mit OK, so werden die Bilder gelöscht – aus der Datenbank und von der Festplatte.
5. Dritter Workflow-Schritt: 2. Sichtung, Verschlagwortung und Kategorisierung
Im eben durchlaufenen Schritt haben wir unbrauchbare Bilder aussortiert. Was nun noch an Bildern übrig ist, hat es verdient, zunächst erhalten zu bleiben. Wir befinden uns im dritten Schritt unseres Workflows:
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In diesem zweiten Sichtungsdurchgang werden die Bilder mit Stichwörtern versehen. Diese Arbeit wird meist als lästig empfunden und vernachlässigt. Aber bei wachsenden Bildbeständen wird das Auffinden bestimmter Bilder nur anhand der Ordnerstruktur oder aus der Erinnerung immer schwieriger (“… den schönen Sonnenuntergang habe ich damals in Italien fotografiert – oder war es in Griechenland…??).
Eine Stichwortliste oder -hierarchie kann man selten in einem Wurf komplett aufbauen. Es gibt dazu auch ein paar umfangreiche Abhandlungen im Internet zu lesen bis hin zu kommerziell vertrieben Stichwortlisten. Wenn man aber wie ich nur seinen privaten Bilderbestand zähmen möchte, kommt man mit etwas Nachdenken auch zum Ziel.
Meine Stichwortliste ist hierarchisch aufgebaut. Die Oberbegriffe sind im Laufe der Zeit “gewachsen”, genauso wie die untergeordneten Begriffe. Meine Stichwortliste mit Stand Dezember 2009 kann am Ende des Artikels heruntergeladen werden.
Zur Vergabe der Stichwörter – noch immer im Bibliotheksmodul von Lightroom – geht man wieder Bild für Bild durch und gibt im Block “Stichwörter festlegen” die entsprechenden zum Bild passenden Stichwörter ein. Lightroom bietet darüber hinaus noch verschiedene andere Möglichkeiten, Stichwörter zu vergeben und die weiteren Metadaten von Bildern zu bearbeiten, diese hier aufzuführen würde aber den Rahmen sprengen. Im letzten Artikel der Serie gibt es dafür noch einige Hinweise auf empfehlenswerte Bücher und Webseiten.
In Lightroom gibt es neben der oben beschriebenen Methode der Markierung von Bildern noch zwei weitere Möglichkeiten, Bilder zu kennzeichnen. Dies sind zum einen eine Bewertung von 0 bis 5 Sternen pro Bild und zum anderen eine Farbmarkierung. Während die Sterne etwas über die Qualität der Bilder aussagen (sollten) ist die Verwendung der Farben frei wählbar.
Beide Markierungsarten – Sterne und Farben – können über die Werkzeugleiste zugewiesen werden:
In der Miniaturansicht der Bilder werden die Markierungen wiederum angezeigt:
So, das war im Schnelldurchgang das Sichten und Verschlagworten der Bilder. Im nächsten Artikel stelle ich den nächsten Schritt des Foto-Workflows, die Bildbearbeitung vor. Auch hier kann man versuchen, Rezepte zu finden, die man abarbeitet, um Zeit zu sparen. Aber auch die individuelle Bearbeitung von Bildern, falls erforderlich, soll nicht zu kurz kommen.
Zu guter Letzt könnt Ihr hier noch meine eigene Schlagwortliste als Grundlage für eigene Weiterentwicklungen herunterladen: Lightroom-Stichwörter
- Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (7)
- Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (6)
- Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (5)
- Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (3)
- Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (2)
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