Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (5)

Heute wollen wir uns um die Bildbearbeitung kümmern. Lightroom bietet uns auch hier umfassende Werkzeuge an. Schauen wir uns diese einmal näher an.

6. Vierter Workflow-Schritt: Bildbearbeitung

In diesem Schritt wollen wir die Bilder nachbearbeiten.

workflow bildbearbeitung Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (5) Thomas Zilch Fotografie

Da wir in RAW fotografieren, kommen die Bilder in aller Regel etwas flach aus der Kamera. Durch Verwendung des RAW-Formats hat man, wie bereits häufig an anderer Stelle geschrieben, viel mehr Möglichkeiten als mit JPEG. Ich verwende JPEG allerdings, wenn ich schnelle Ergebnisse brauche und viele Fotos habe, also z.B. auf Festen, Geburtstagen o.ä.

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Bleiben wir aber beim RAW-Format. Bei der Bildbearbeitung mache ich es mir einfach: Ich verwende die Lightroom-Werkzeuge im Modul “Entwicklung” von oben nach unten, wie sie in der Werkzeugpalette aufgeführt sind. Dabei kommen selbstverständlich nur die Werkzeuge zum Einsatz, die erforderlich sind.

Bildausschnitt festlegen

Ich beginne immer mit  der Wahl des Ausschnitts. Durch einen Klick auf das Ausschnittrahmen-Symbol öffnet sich das entsprechende Dialogfeld.

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Hier kann ein festes Seitenverhältnis eingegeben, oder das Bild kann völlig frei in seinen Abmessungen verändert werden. Zudem kann das Bild gerade gerichtet werden.

Grundeinstellungen

Nach dem die Abmessungen nun festgelegt sind, widmen wir uns der Werkzeugpalette “Grundeinstellungen”. Mit Hilfe des Pipetten-Sybols führen wir zunächst einen Weißabgleich durch. Dazu wählen wir die Pipette mit einem Mausklick und klicken dann auf eine möglichst neutralgraue Stelle im Bild. Alternativen zur Pipette sind die Verwendung von voreingestellten Weißabgleichs-Setups im Feld “WA” oder die rein manuelle Einstellung der Farbtemperatur mit dem entsprechenden Regler.

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Anhand des Histogramms kann man sehr gut kontrollieren, ob es im Bild noch Bereich gibt, die zu dunkel bzw. zu hell sind. Die entsprechenden Dreiecke in der linken oder rechten oberen Ecke des Histogramms sind dann weiß ausgefüllt.

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Durch Verstellen der Regler “Belichtung”, “Wiederherstellung”, “Aufhelllicht” und “Schwarz” korrigieren wir nun das Bild, so dass es möglichst keine zu hellen oder zu dunklen Stellen enthält und uns auch anspricht. Damit will ich sagen, dass wir uns auch auf unser Auge verlassen sollen, wenn es darum geht, die Lichtstimmung wiederzugeben, die bei der Aufnahme geherrscht hat.

Die Regler “Helligkeit” und “Kontrast” lasse ich meistens unberührt, da ich diese Einstellungen über die Gradationskurve vornehme.

Interessant sind noch die drei Regler am unteren Rand dieser Palette: Der Regler “Klarheit” bewirkt eine Schärfung des Bildes, allerdings werden hier nicht nur die Kantenkontraste erhöht, sondern es werden größere Bildbereiche einbezogen. Die Schärfung fällt somit dezenter aus.

Der Regler “Lebendigkeit” erhöht die Sättigung nur in den Bildbereichen, die noch keine hohe Sättigung besitzen. Diese Funktion wirkt sanfter als die Anwendung des nächsten Reglers, “Sättigung”. Hier wird die Farbsättigung aller Pixel erhöht bzw. vermindert und es besteht die Gefahr, Bildbereiche zu übersättigen, was unnatürlich wirkt.

Gradationskurve

Um den Kontrast anzupassen, klappen wir die Gradationskurven-Palette aus. Mit Hilfe der Gradationskurve lassen sich Kontrast und Helligkeit sehr feinfühlig anpassen. Die vier Regler “Lichter”, “Helle Farbtöne”, “Dunkle Farbtöne” und “Tiefen” repräsentieren verschiedene Bereiche der Gradationskurve. Mit den kleinen dreieckigen Reglern an der waagerechten Achse kann der Bereich der vier vorher genannten Regler verändert werden. Zusätzlich können drei verschiedene Punktkurven als Voreinstellung geladen werden.

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Die Gradationskurve ist ein sehr mächtiges Werkzeug zur gezielten Beeinflussung von Helligkeit und Kontrast eines Bilds. Es lohnt sich wirklich, sich damit intensiv auseinanderzusetzen.

HSL/Farbe/Graustufen

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Über die Palettte “HSL/Farbe/Graustufen” können die Farben des Bildes – Helligkeit, Ton und Sättigung –  in weiten Bereichen feinjustiert werden. Auch hier lohnt es sich, ein wenig zu experimentieren und Erfahrung zu sammeln.

Details

Die Palette”Details” birgt Werkzeuge für die Scharfstellung, die Rauschreduzierung und die Beseitigung von chromatischen Aberrationen, also Farbsäumen an den Kontrastkanten im Bild.

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Bei der Verwendung dieser Werkzeuge ist darauf zu achten, das Bild in Originalgröße (1:1) anzuzeigen, um die Änderungen korrekt beurteilen zu können.

Vignettierung

Zu guter Letzt hilft die Palette “Vignettierung”, Abschattungen in den Bildrändern auszugleichen.

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Diese entstehen z.B.  bei Weitwinkelobjektiven und können mitunter störend sein. Wer’s mag, kann die Funktion auch als Gestaltungsmittel einsetzen.

Fertig…

Das waren die Werkzeuge im Modul “Entwickeln” von Lightroom, die ich hauptsächlich benutze. Nochmal: Es geht nicht darum, immer alle dieser Werkzeuge anzuwenden, sondern sich die zur beabsichtigten Bildkorrektur passenden Werkzeuge herauszusuchen. Dafür braucht es Kenntnisse, wie die einzelnen Werkzeuge wirken, und diese Erfahrung bekommt man durch ausprobieren.

Mir persönlich reichen die von Lightroom angeboteten Mögllichkeiten meistens aus. Lediglich zur Entzerrung von Bildern, z.B. bei stürzenden Linien in WW-Aufnahmen, ziehe ich noch andere Software hinzu. Aber vielleicht gibt’s diese Funktion ja in einer der nächsten Versionen von Lightroom.

So, nun wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren des Entwicklungsmoduls von Lightroom. Ich freue mich auch über Kommentare und Anmerkungen…

In der nächsten Woche geht’s mit den verschiedenen Möglichkeiten der Bildausgabe weiter.

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