Geotagging mit dem iPhone (2)
- am 27. April 2010
- von Thomas Zilch
- in Fototechnik
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Nachdem ich im Geotagging-Artikel vom 6. April über die ersten Versuche des Geotaggings mit dem iPhone berichtete, möchte ich heute über meine Langzeiterfahrungen berichten. Und die sind leider etwas ernüchternd…
1. Nach Adenau und zurück
Zunächst wollte ich die Genauigkeit des im iPhone verbauten GPS-Sensors testen. Bei meinen ersten Versuchen, mit dem Fahrrad quer durchs Dorf, war das GPS der Meinung, dass ich manchmal auch durch irgendwelche Vorgärten gefahren bin, was natürlich nicht der Fall war.
Größere Kartenansicht
Ich habe das iPhone mit aktiviertem GPS daher mit auf eine Autofahrt genommen, und zwar von Bad Bodendorf nach Adenau. Das iPhone lag während der Fahrt auf dem Amaturenbrett.
Mit dem Ergebnis war ich nur einigermaßen zufrieden: Die gefahrende Strecke war zwar ohne Aussetzer und Lücken erfasst worden. Auch der Empfang war durchweg gut , obwohl das iPhone im Auto lag und die Fahrt teilweise durch enge Täler ging, in denen bestimmt nur wenige GPS-Satelliten empfangen werden konnten.
Allerdings gab es auch Probleme mit der Genauigkeit: Die größte Abweichung zwischen aufgezeichneter und gefahrener Strecke betrug stellenweise bis zu 150 Metern.
Die folgenden Screenshots zeigen die krassesten Ausreisser:
Eine Navigation in dicht bebautem Gelände ist dadurch nicht möglich! Sogar fürs Geotagging in der Fotografie halte ich diese Genauigkeit für nicht ausreichend!
Während das iPhone auf der Fahraddtour manche Richtungsänderungen verständlicherweise nicht mitbekam, da nur ca. alle 5 Sekunden ein Wegpunkt aufgezeichnet wurde, kann ich als Ursache für die großen Abweichungen während der Autofahrt nur zeitweise Empfangsprobleme vermuten.
2. Empfangsprobleme
Na gut, dachte ich mir, daran war bestimmt das Auto schuld. Also habe ich das iPhone auf einigen Fototouren eingepackt. Ich mache zurzeit vorwiegend Landschaftsfotos und Makros in freier Natur. Zumeist fahre ich dazu mit dem Auto an irgendeinen Ausgangspunkt und beginne dann eine mehr oder weniger lange Wanderung.
Als erstes habe ich nach dem Erreichen des Ausgangpunktes immer das iPhone aktiviert und auf den GPS-Empfang gewartet. Teilweise dauerte es bis zu 10 Minuten, bis ich wenigstens einen dürftigen Empfang verzeichnen konnte, teilweise bekam ich auch nach einer Viertelstunde des Wartens keinen Empfang. Wohlgemerkt: Die Ausgangpunkte lagen sämtlich auf freiem Feld, das Wetter war klar, es war nicht neblig.
Da ich diese Erfahrung mehrmals hintereinander machte, sank mein Vertrauen in die GPS-Qualitäten des iPhone ganz erheblich.
3. Alternativen
Vielleicht ist ja die verwendete App „EasyTrails“ nicht das Gelbe vom Ei… Also habe ich noch „Trails Lite“, „racebunny“ und „runtastic“ ausprobiert, aber alles mit dem gleichen Ergebnis: Der GPS-Empfang ist schlecht, es dauert ewig bis man Empfang hat, teilweise geht gar nichts.
Was tun?
Es ist mit Sicherheit nicht bei jedem Foto wichtig, die Koordinaten des Aufnahmeortes in den Exif-Daten zu speichern. Davon ausgehend habe ich nach weiteren Alternativen gesucht, und eine gefunden:
Die kostenlose Software „NX View“ von Nikon erlaubt es, Nikon-RAW-Dateien (nef-Format) in Verbindung mit Google Maps Koordinaten zuzuweisen. Die geht mit einzelnen bildern als auch für mehrere Bilder auf einmal. Zudem können Koordinaten gelöscht und kopiert werden. Für mich als Nikon-Benutzer kein Problem, Benutzer anderer Kameramarken müssen hier auf andere Produkte ausweichen.
“NX View” habe ich jetzt seit einer Woche im Einsatz und bis bisher ganz zufrieden damit. Bilder, bei denen mich das interessiert, bekommen nun nachträglich per NX View Koordinaten verpasst. Gut, das hat jetzt nichts mehr mit GPS zu tun, aber so schlimm finde ich das nicht. Mein Ziel, in ausgewählte Bilder Koordinaten zu schreiben sehe ich dadurch trotzdem erreicht.
Über die Arbeit mit NX View werde ich in nächster Zeit einen Artikel veröffentlichen. Für diejenigen, die es schonmal testen wollen: Das Programm kann kostenlos von der Nikon-Website heruntergeladen werden.
4. Fazit
Schade, dass es mit dem GPS-Empfang nicht so recht geklappt hat, aber ich habe eine für mich passende Alternative gefunden.
Nachtrag: Der Artikel war kaum fertig, da hat mir ein Bekannter die App “runkeeper” empfohlen. Diese teste ich derzeit und werde das Ergebnis selbstverständlich veröffentlichen.
Mich interessiert nun, welche Erfahrungen andere mit dieser oder ähnlichen Geotagging-Lösungen gemacht haben. Benutzt dazu einfach die Kommentarfunktion zu diesem Artikel!
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