Nachbearbeitung des Himmels in der Landschaftsfotografie
- am 14. Mai 2010
- von Thomas Zilch
- in Bildbearbeitung, Buchtipps, Kauftipps
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Manchmal möchte man bei Landschaftsbildern den Himmel nachbearbeiten, um eine dramatischere Stimmung ins Bild zu bekommen. Insbesondere die Wirkung von mächtigen Schlechtwetterwolken kann man schön verstärken.
Wie bei jeder Nachbearbeitung ist auch hier Fingerspitzengefühl gefragt, um den Effekt nicht zu übertreiben. Andererseits kann man – sofern das Bild keinen rein dokumentarischen Charakter haben soll – ruhig ein wenig auf der EBV-Klaviatur spielen, um eine beabsichtigte Bildwirkung herbeizuführen.
Adobe Lightroom bietet eine einfache Möglichkeit, “more drama” in den Himmel zu bekommen: Das Verlaufswerkzeug! Sein Symbol ist das hellere Rechteck mit dem drei waagerechten gepunkteten Linien.
Mit ihm können verschiedene Bildmanipulationsfunktionen wie z.B. Belichtung, Kontrast oder Bildhelligkeit in Form eines Verlaufs angewandt werden. Dabei kann sowohl die Stärke einer Funktion als auch der Charakter des Verlaufs selbst geregelt werden. Der Verlauf kann flach oder steil und in beliebigen Winkeln ganz einfach mit der Maus eingestellt werden. Es können pro Verlauf verschiedene Bildmanipulationsfunktionen kombiniert werden. Darüber hinaus können natürlich auch mehrere Verläufe auch überlappend eingesetzt werden.
Aber eins nach dem anderen…
Anhand eines Beispielbildes möchte ich zeigen, wie einfach es ist, einem Bild durch den Einsatz des Verlaufswerkzeuges von Adobe Lightroom mehr Dramatik zu verleihen. Als Ausgangspunkt nehmen wir ein Bild, dass ich im Februar in den Ahrauen gemacht habe. Der Schnee war während der letzten Tage weggeschmolzen und es war nicht sehr kalt. Allerdings wehte ein kräftiger, böiger Westwind, und dunkle Wolken, Regenschauer und Sonnenschein wechselten sich in schneller Folge ab. Dadurch entstanden in der Landschaft starke, interessante und schnell wechselnde Lichtstimmungen.
Das Bild wurde im RAW-Format aufgenommen und wie folgt nachbearbeitet (die Zahlen beziehen sich auf die Stellung der Regler im Entwicklungsmodul von Lightroom):
- Schwarzwert auf 46 erhöht, um das Histogramm zu spreizen
- Helligkeit von 50 auf 16 reduziert, um das Bild grundsätzlich abzudunkeln
- Kontrast von 25 auf 52 erhöht
Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die bei der Aufnahme vorherrschende Stimmung schon recht gut wiedergegeben wird.
Um aber die teilweise starken Kontraste zwischen den sonnenbeschienenen Hügeln und den Regenwolken noch besser hervorzuheben, habe ich mit dem Verlaufswerkzeug einen waagerechten Verlauf aufgebracht.
Dieser reicht von der Bildoberkante bis ins untere Bilddrittel. Die Mitte des Verlaufs liegt knapp über dem Gipfel des Hügels. Der Verlauf reduziert die Belichtung um knapp eine Blendenstufe. Das bedeutet, dass die Abdunkelung am Beginn des Verlaufs, also am oberen Bildrand, dem eingestellten Wert entspricht und zum Ende des Verlaufs hin gegen Null ausläuft. Die Steilheit des Verlaufs kann reguliert werden, indem man mit der Maus den Verauf nur ein kurzes Stück weit aufzieht und dann den gesamten Verlauf durch Klicken und Ziehen des runden Buttons im Bild an die gewünschte Stelle zieht.
Voilà:
Dieses Verfahren und viele andere sind im Buch “Adobe Photoshop Lightroom 2: Das Praxisbuch für den digitalen Foto-Workflow” * von Istvan Velsz sehr gut beschrieben. Die Software Adobe Photoshop Lightroom 2
* verwende ich seit der ersten Version und kann sie jedem empfehlen, der seinen Bestand an digitalen Bildern schnell und einfach bearbeiten und verwalten möchte.
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Josef
Hallo Thomas,
sehr gut beschrieben. Das Verlaufswerkzeug setze ich in Lightroom ebenfalls regelmäßig und gerne ein. Die Wirkung die dadurch erreicht wird, finde ich fantastisch. Wenn der Horizont ziemlich ungleichmäßig ist, kombiniere ich es auch ganz gerne mal mit dem Korrekturpinsel oder benutze ihn alleine. Dann noch ein bisschen den Schwarzwert erhöhen und die Dramatik ist kaum noch zu übertreffen. Man sollte es aber auch nicht übertreiben, denn sonst wirkt es etwas unnatürlich.
Ich finde es super, dass Lightroom das alles schon im RAW-Workflow zur Verfügung stellt. Die nächste Version soll noch einige praktische Neuerungen wie Perspektivkorrektur bringen. Dann braucht man kaum noch Photoshop, zumindest ich nicht.
LG Josef
Thomas Zilch
Hallo Josef,
Du hast Recht, das einzige, was in LR noch fehlt ist die Möglichkeit der Perspektivkorrektur. Bin schon gespnnt auf die neue Version