Schwierige Landschaftsbilder mit Photoshop bearbeiten

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In der Landschaftsfotografie hat man öfter Motive, deren Dynamikumfang die Leistungsfähigkeit des Kamerasensors übersteigt. Beispielsweise kann man bei Sonnenauf- und –untergängen in der Regel entweder den Himmel oder die Erde korrekt belichten, aber nicht beides. Bei korrekt belichtetem Himmel säuft der Vordergrund  ab, bei Belichtung auf den Vordergrund ist der Himmel ausgefressen.

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Beispiel 1: Belichtung auf den Himmel

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Beispiel 2: Belichtung auf den Vordergrund

Wenn aber in einem Bild der Himmel nur weiß bzw. der Vordergrund nur schwarz ist, läßt sich mit der raffiniertesten Bildbearbeitung nichts mehr machen, die Details sind unwiederbringlich verloren.

Man könnte nun sagen, „kein Problem, das mache ich mit HDR“. Das funktioniert auch, aber es geht meistens einfacher: In diesem Artikel soll gezeigt werden, wie man obige Aufgabenstellung mit einer einfachen Ebenenmontage in Photoshop lösen kann. Ein paar Photoshop-Grundkenntnisse reichen dazu aus.

1.   Belichtungsreihe aufnehmen

Der Ausgangpunkt ist eine Belichtungsreihe des gewünschten Motivs. Diese besteht aus mindestens zwei Bildern, eines mit korrekt belichtetem Himmel und eines mit korrekt belichtetem Vordergrund.

Es ist empfehlenswert, ein Stativ zu verwenden, damit die Bilder genau deckungsgleich sind. Man kann die einzelnen Dateien zwar bei der späteren Bearbeitung in Photoshop auch ausrichten, aber warum nicht von Anfang an sauber arbeiten?

Im Folgenden gehen wir davon aus, dass wir nur zwei Bilder benötigen, um die hellsten und dunkelsten Stellen im Motiv korrekt abzubilden.

2.   Ebenenmontage in Photoshop

Nun laden wir die Bilder in Photoshop, und zwar so, dass jedes Bild auf einer eigenen Ebene liegt. Das geht einfach: Man lädt das erste Bild, dieses landet automatisch auf der Hintergrundebene. Diese wandeln wir per Doppelklick auf die Hintergrundebene in eine richtige Ebene um. Danach laden wir das zweite Bild in eine eigene Ebene.

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Beispiel 3: Ebenenfenster in PS

Lightroom-Anwender haben es einfacher: Man markiert in Lightroom die beiden Bilder und wählt dann aus dem Kontextmenü (rechte Maustaste) den Eintrag „In Photoshop als Ebenen laden…“. Daraufhin öffnet sich Photoshop mit einem Bild in je einer eigenen Ebene.

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Beispiel 4: Kontextmenü

In Photoshop ist nun nur das Bild sichtbar, das zuletzt geladen wurde. Das andere Bild liegt darunter und wird vom oberen verdeckt. Wir gehen nun davon aus, dass das obere Bild das mit korrekt belichtetem Himmel ist. Die Ebenen können bei Bedarf per Drag and Drop in eine andere Reihenfolge gebracht werden.

Nun kann es losgehen!

Die Aufgabe besteht darin, die falsch belichteten Teile des oberen Bildes zu entfernen. An diesen Stellen sollen stattdessen die korrekt belichteten Teile des darunter liegenden Bildes zum Vorschein kommen.

In Photoshop verwenden wir dazu eine Ebenenmaske. Wir markieren die obere Ebene und klicken auf den … Button. Nun erscheint neben dem Miniaturbild ein weiteres Kästchen, das ist die Ebenenmaske. Wir klicken diese an, um sie zu markieren. Die Markierung ist am gestrichelten Rand um das Ebenenmasken-Symbol erkennbar.

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Beispiel 5: Ebenenmaske

Nun verwenden wir einen nicht zu kleinen Pinsel mit sehr weichem Rand. Die Deckungskraft stellen wir auf höchstens 30%. Jetzt übermalen wir die Bereiche, die wir löschen wollen, einfach schwarz. An diesen Stellen wird damit das obere Bild bzw. die obere Ebene transparent und es scheinen die korrekt belichteten Bereiche der darunterliegenden Ebene durch. Man kann den Arbeitsfortschritt sehr gut beobachten.

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Beispiel 6: Übermalen

Die übermalten Bereiche sind nicht direkt sichtbar. Man erkennt sie nur daran, dass die darunterliegenden Bildanteile durchscheinen. Durch die niedrige Deckungskraft des Pinsels kann man feinfühlig arbeiten und über bestimmte Stellen mehrmals drübermalen. Im Miniaturbild der Ebenenmaske kann man mit kurzer Verzögerung die übermalten Bereiche erkennen.

Hat man sich vermalt, so ist das kein Problem: Mit weißer Farbe kann man Fehler rückgängig machen, einfach die falschen schwarzen Stellen mit weiß übermalen.

Es ist empfehlenswert, mit den Pinselparametern (Form, Größe, Deckungskraft etc.) ein wenig zu experimentieren.

Nach kurzer Zeit hat man das Ergebnis vor sich. Vom Motiv hängt es ab, ob das Resultat nun glaubwürdig wirkt oder nicht.

Ist man zufrieden, so kann man die Datei z.B. im jpg-Format speichern und weiterverwenden. Für die Lightroom-Anwender gibt es wieder einen bequemen Weg: In Photoshop einfach auf „Speichern“ klicken, dann wird das Resultat nach Lightroom exportiert und erscheint neben den Ausgangsbildern. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass in diesem Fall die Datei im psd-Format gespeichert wird. Dadurch bleiben alle Ebeneninformationen erhalten, und die Datei kann jederzeit in Photoshop mit dem vollen Funktionsumfang weiterbearbeitet werden.

3.   Feinschliff

Abschließend kann man dem Bild noch mit den üblichen Werkzeugen einen Feinschliff verpassen. Im Beispielbild habe ich die Sättigung  und den Kontrast noch ein wenig erhöht.

Fertig – und ich glaube, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Beispiel 7: Ergebnis

Diese Technik ist natürlich nicht auf zwei Bilder beschränkt. Man kann diese Ebenentechnik auch mit mehreren Bildern anwenden. Bis zu drei Bildern geht das noch gut, darüber wird es unübersichtlich. Dann sollte man sich andere Techniken, wie z.B. HDR , anschauen.

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