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19 07 2010

So setzt man einen Umkehrring ein

Erstellt von Thomas Zilch unter Fototechnik,Kauftipps;

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Wenn man sich meine Bilder anschaut, merkt man, dass ich recht gerne Makros fotografiere. Und gerade für die Makrofotografie gibt es einige Helferlein, die heutzutage nicht mehr allen Fotografen bekannt sind: Eines dieser Helferlein ist der Umkehrring*.

Mit einem Umkehrring* kann man Objektive “verkehrtherum” an der Kamera befestigen. Der Umkehrring* hat an einer Seite einen Bajonettanschluß wie ein Objektiv und auf der anderen ein Gewinde wie ein Schraubfilter. Auf dieses schraubt man das Objektiv. Fast immer wird ein Umkehrring zusammen mit Zwischenringen* oder einem Balgengerät eingesetzt, um eine Auszugsverlängerung zu erreichen. D.h. der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrößert sich und es ist möglich, näher ans Motiv heranzugehen. So sind Abbildungsmaßstäbe bis etwa 1:1 möglich.

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Um die Wirkungsweise eines Umkehrrings* zu verstehen, muss man wissen, dass Objektive so gerechnet sind, dass eine optimale Abbildungsqualität erreicht wird, wenn die Gegenstandsweite größer ist als die Bildweite. Unter Gegenstandsweite versteht man den Abstand zwischen Objektiv und Motiv, als Bildweite bezeichnet man den Abstand zwischen Objektiv und Sensor.

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Wenn man durch den Einsatz von Zwischenringen* in der Lage ist, sehr nah ans Motiv heranzugehen, kommt irgendwann der Punkt, an dem obige Regel – Gegenstandsweite > Bildweite – nicht mehr stimmt. Die Folge ist, dass die Abbildungsleistung des Objetivs abnimmt. Durch das Umdrehen des Objektivs sorgt man dafür, dass die Regel wieder eingehalten wird. That’s it…

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So ein Umkehrring* ist nur ein einfaches Stück Metall ohne Mechanik oder Elektronik und besitzt demzufolge auch ein paar Besonderheiten und auch Nachteile:

  • Keine Übertragung der Springblende: Es können nur Objektive mit Blendenring verwendet werden. Nikon G-Objektive sind damit ungeeignet. Das Bild muss mit geöffneter Blende eingestellt werden, vor dem Auslösen ist auf Arbeitsblende abzublenden.
  • Kein Autofocus: Da die Kamerasignale nicht übertragen werden entfällt der Autofokus, das Bild muss manuell scharfgestellt werden (was in der Makrofotografie sowieso meistens der Fall ist). Die Scharfstellung erfolgt jedoch nicht durch das Drehen des Fokussierrings am Objektiv, sondern durch die Bewegung der Kamera entlang der Objektivachse. Am besten verwendet man hierzu einen Einstellschlitten*
    .
  • Es sollten nur (möglichst) lichtstarke Festbrennweiten mit einer Brennweite kleiner 50 mm verwendet werden. Je kürzer die Brennweite, desto größer ist der erreichbare Abbildungsmaßstab. Allerdings sinkt mit der Brennweite auch der Abstand vom Motiv zum Objektiv. Gute Erfahrungen habe ich mit den folgenden Nikon-Objektiven gemacht: AF-Nikkor 50/1.8, AiS-Nikkor 35/2, AiS-Nikkor 28/2.8 und AiS-Nikkor 20/3.5.
  • Die Verwendung von Stativ, Fernauslöser* und Spiegelvorauslösung ist zwingende Voraussetzung für scharfe Bilder.
  • Auf Grund des geringen Abstand zwischen Motiv und Objektiv ist eine gute Ausleuchtung des Motivs schwierig.
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Trotz dieser Besonderheiten macht der Einsatz des Umkehrrings* sehr viel Spaß. Im nächsten Beitrag zeige ich dann ein paar Bilder, die ich mit der Nikon D300, Zwischenringen*, den oben genannten Objektiven und schließlich dem Umkehrring Nikon BR-2A* gemacht habe.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es für Canon-Kameras von der Firma Novoflex einen automatischen Umkehrring namens “EOS-RETRO” gibt. Verwendet man diesen, so bleiben Automatikfunktionen und Autofokus erhalten.

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3 Kommentare

3 Kommentare zu “So setzt man einen Umkehrring ein”

  1. xXxam 21.07.2010 um 16:29

    Ein Objektiv mit Blendenring ist nicht unbedingt erforderlich. Allerdings hat man damit klare Vorteile ;) Entfällt der Blendenring, muss man die Blende vorwählen, und das Objektiv bei gedrückter Schärfentiefeprüftaste abmontieren. Dann ist aber die Blende starr eingestellt, bis man das Objektiv wieder richtigrum anschraubt ;)

    Fokussieren kann man normalerweise auch noch mit dem Objektiv. Allerdings ist es bei Zoomobjektiven etwas fummelig nicht die Brennweite zu verändern, wenn man fokussiert.
    Man aber nicht zwingen die Kamera bewegen.

    Ein Fernauslöser ist sicherlich am besten geeignet, der Selbstauslöser tuts allerdings für den Anfang auch.

  2. Thomas Zilcham 21.07.2010 um 17:48

    Die Variante mit der Abblendtaste kannte ich noch nicht, danke für die Info!
    In einem Forum habe ich auch mal eine Bastellösung gesehen, mit der man die Blende per Drahtauslöser öffnen kann, solange man das Bild einstellt…

    Bei den von mir im Beitrag genannten Objektiven hat es nahezu keine Auswirkung, wenn ich zum Fokussieren die Entfernung am Objektiv einstelle. Die Fokussierung muss bei diesen Objektiven per Kamerabewegung erfolgen. Mit welchen Objektiv funktioniert das bei Dir?

  3. xXxam 24.07.2010 um 17:01

    Hoi.
    Ich nehme dafür (und finde es perfekt geeignet ;) ) das Canon 18-55 IS, auch bekannt als Kitobjektiv :)

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