Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (4)

Im letzten Artikel wurde der Import unserer Bilder von der Speicherkarte auf den Rechner besprochen. Wir haben dabei schon einige Dinge automatisiert, wie z.B. die Umbenennung der Bilddateien und die Vergabe von Metadaten. In diesem Artikel werden wir nun die schlechten Bilder aussortieren und die übriggebliebenen Kategorisieren und Verschlagworten.

4. Zweiter Workflow-Schritt: 1. Sichtung

Durch den vorangegangenen Import haben wir alle Bilder auf den Rechner kopiert – auch die Misslungenen. Daher geht es nun zum erstem Mal ans Sichten und Aussortieren.

workflow erste sichtung Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (4) Thomas Zilch Fotografie

Das Bibliotheksmodul von Lightroom bietet verschiedene Ansichtsoptionen. Die erste Sichtung führe ich in der Lupenansicht durch, d.h. das zu beurteilende Bild füllt den gesamten Bildschirm aus. Der Filmstreifen wird weiterhin am unteren Bildschirmrand angezeigt.

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Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (3)

Nachdem wir in den ersten Teilen die Grundlagen besprochen haben, geht es heute darum, wie die Bilder in den Computer kommen. Am Beispiel von Adobe Lightroom 2.5 werde ich zeigen, wie dieser Workflow-Schritt eingerichtet werden kann. Ab hier sind Grundkenntnisse im Umgang mit Adobe Lightroom erforderlich. Fall noch nicht vorhanden, kann man sich diese über diverse Webseiten oder Bücher aneignen. Am Ende dieses Artikeln gibts Linktipps dazu.

4. Der erste Workflow-Schritt: Import

Nun wollen wir uns den ersten Schritt unseres Workflows ansehen:

workflow import Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (3) Thomas Zilch Fotografie

Beim Einrichten des Workflows ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, wie die Ablage der Bilder organisiert werden soll. Auch wenn Lightroom eine hervorragende Bildverwaltung besitzt und man dadurch eigentlich gar nicht mehr auf Dateisystemebene mit den Bilddateien hantieren muss, halte ich es doch für wichtig, sich über eine Struktur Gedanken zu machen, in der man die Bilder ablegen möchte. Ich habe mich für eine Ablagestruktur entschieden, die folgendem Muster entspricht: Die oberste Ebene stellen Jahresordner dar, darunter befinden sich Monatsordner, darunter wieder pro Shooting ein Ordner, der mit Datum und Titel des Shootings benannt ist.

Beispiel:

2009
–200901
—-20090122_Wanderung-an-der-Ahr
—-20090125_Geburtstag-Thomas
–200902
—-20090204_Natur
—-etc

Als nächstes ist es empfehlenswert, im Dialog “Voreinstellungen” von Lightroom einige Konfigurationsarbeiten vorzunehmen:

Dateinamen-Profil: Beim Import können Dateien automatisch umbenannt werden. Dadurch kann z.B. auch bei Verwendung mehrerer Kamera ein einheitliches Dateinamen-Schema erzwungen werden. Ich verwende folgendes Schema: yyyymmdd-hhmmss.ext.

yyyymmdd steht für das Aufnahmedatum in der Form JahrMonatTag, also ohne Trennzeichen, z.B. 20091204 für den 4.12.2009
hhmmss steht für die Aufnahmezeit in der Form StundeMinuteSekunde , z.B. 120323 für 12.03 Uhr und 23 Sekunden.
ext ist die Dateiendung, in meinem Fall “dng”, weil in RAW fotografiere und die Dateien beim Import vom NEF- ins DNG-Format umwandeln lasse.

Beispiel: 20091204-201504.dng

Es können verschiedene Dateinamen-Profile angelegt und unter eigenem Namen abgespeichert werden. Das folgende Bild zeigt die Dialogbox zur Einstellung des Dateinmanen-Profils mit meinen Einstellungen.

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Metadaten-Profil: Beim Import können die Bilder gleich mit Metadaten versehen werden, was in den späteren Worflow-Schritten viel Arbeit erspart. Die Dialogbox ist selbsterklärend, es empfiehlt sich, hier alle Daten einzutragen, die konstant sind. Später, im eigentlichen Importdialog, können noch weitere Metadaten, Stichwörter, eingegeben werden. Diese wirken sich auf den aktuellen Import aus und können von Import zu Import leicht geändert werden. Man kann verschiedene Metadatenprofile anlegen und diesen jeweils eigene Namen geben.

382  600x450 lr bibliothek 3c Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (3) Thomas Zilch Fotografie

Import: Mit diesen Einstellungen können wir nun unseren ersten Import starten. Wir legen die gefüllte Speicherkarte in den Kartenleser und klicken im Modul “Bibliothek” auf “Importieren”. Es öffnet sich eine Auswahlbox:

379  400x300 lr bibliothek 3 Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (3) Thomas Zilch Fotografie

Wir klicken auf den Button, der den Namen unserer Kamera bzw. Speicherkarte anzeigt, in diesem Fall “NIKON D300″. Nun öffnet sich die Dialogbox für den Import von Bildern:

383  320x240 lr bibliothek 4 Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (3) Thomas Zilch Fotografie

Im linken Teil befinden sich diverse Einstellmöglichkeiten, die für den aktuellen Import gelten, aber auch nach dem Ende des Imports gespeichert bleiben. Sie stehen so beim nächsten Import wieder zur Verfügung und können entweder beibehalten oder überschrieben werden. Im rechten Bereich sehen wir eine Vorschau der zu importierenden Bilder. Wir können einzelne, alle oder keine (das wäre Quatsch icon smile Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (3) Thomas Zilch Fotografie ) Bilder per Häkchen zum Importieren kennzeichnen.

Im linken Bereich des Importdialogs sehen wir eine Kombobox, in der wir festlegen können, ob die Bilder von der Speicherkarte verschoben oder kopiert werden sollen und ob sie beim Import ins Adobe DNG-Format konvertiert werden sollen. Ich benutze die im Bild gezeigte Einstellung: Die Bilder werden kopiert und während des Kopiervorgangs ins DNG-Format konvertiert.

Eine Zeile tiefer wählen wir den Zielort für die Bilder aus, also das Verzeichnis, das wir vorher für den aktuellen Import entweder im Dateisystem oder im Bibliotheksmodul von Lightroom angelegt haben. Ein Stück weiter unten kann man ein Sicherungslaufwerk bzw. Verzeichnis angeben. Die Bilddaten werden dann parallel zum eigentlichen Import zwar umbenannt, aber nicht ins DNG-Format konvertiert in ein eigenes Verzeichnis abgelegt. Falls sich dieses auf einem anderen Laufwerk befindet, hat man gleich für ein erstes Backup der RAW-Dateien gesorgt.

Darunter, im Feld “Dateibenennung” können wir in einer Kombobox das vorher erstellte Dateinamenprofil (s.o.) auswählen. Wir legen damit fest, nach welchem Schema die Dateien beim Import umbenannt werden.

Im Feld “Anzuwendende Informationen” finden wir auch die Kombobox, in der wir ein Metadatenprofil auswählen können. In der großen Dialogbox darunter können wir Stichwörter eingeben, die für das aktuelle Shooting gelten sollen.

Nachdem wir nun alles festgelegt haben, klicken wir auf die Schaltfläche “Importieren” unten rechts. Der Importvorgang startet nun mit unseren Vorgaben. Je nach Anzahl und Größe Bilddateien dauert das ein einige Minuten. Am Ende des Importvorgangs kann die Speicherkarte gleich ausgeworfen, also als Laufwerk “unmounted” werden. Die Karte kann dann direkt aus dem Kartenleser entnommen werden. Sie enthält jedoch immer noch die Originaldaten, wir haben uns ja entschieden, die Bilder zu kopieren und nicht zu verschieben.

So! Die Bilder sind nun umbenannt, konvertiert, mit den wichtigsten Metadaten versehen und auf den Rechner kopiert worden. Gleichzeitig haben wir ein Backup aller Bilddateien angelegt. Gute Voraussetzungen, um mit dem nächsten Schritt des Workflows weiterzumachen. Wie das geht, erfahren wir in der nächsten Woche.

Linktipps zu Adobe Lightroom:

http://www.lightroom-tutorial.de/

http://kwerfeldein.de/index.php/lightroom-tutorials/

Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (2)

Im zweiten Teil unserer Artikelserie “Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow” dreht sich alles um die benötigte Hard- und Software. Danach geht es mit einer Einführung in die einzelnen Schritte des Foto-Workflows weiter.

workflow Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

2. Hardware und Software

Die Geräteausstattung des Fotografen besteht heute nicht mehr nur aus der Fotoausrüstung, sondern auch aus einer angemessenen Dunkelkammer in Form eines PC oder Apple-Computers. Ich selbst arbeite mit Apple-Computern. An Software für die Bildbearbeitung und –archivierung kommt derzeit ausschließlich Adobe Lightroom zum Einsatz. Lightroom bietet dem Fotografen nach meiner Meinung alle wesentlichen Funktionen, die zum Archivieren, zur Bearbeitung und zur Ausgabe (Export) von Bildern notwendig sind. Lediglich bei speziellen Themen wie z.B. der Entzerrung von Bildern oder der erweiterten Bildbearbeitung mit Ebenen ist noch andere Software erforderlich.

Um die Bilder von der Kamera auf den Rechner  zu laden, empfiehlt sich der Einsatz eines externen Kartenlesers, der über USB oder FireWire angeschlossen wird. Prinzipiell ist es auch möglich, die Kamera direkt – meistens über die USB-Schnittstelle – mit dem Computer zu verbinden. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Übertragung der Bilder dann wesentlich länger dauert als mit einem guten Kartenleser.

Die Speicherung der Bilddaten erfolgt zum Teil auf der internen Festplatte des Rechners,  zum Teil auf einer externen Festplatte. Die Datensicherung erfolgt auf einer externen Netzwerkplatte (NAS-System). Hierzu mehr im letzen Teil dieser Artikelserie.

Sowohl bei der externen Festplatte als auch beim Kartenleser sollte man auf Qualitätsprodukte namhafter Hersteller zurückgreifen. Billig-Kartenleser sind manchmal sehr langsam, das Auslesen einer gut gefüllten 4-GB-Speicherkarte wird damit zum entnervenden Geduldsspiel. Bei der Festplatte auf ein Produkt vom Wühltisch des Lebensmitteldiscounters zurückzugreifen, bedeutet möglicherweise ebenfalls, am falschen Fleck zu sparen: Schnell ist einem die Lust vergangen, weil die Platte sehr langsam ist oder es sind Daten sind verloren, weil die Platte scheinbar aus heiterem Himmel und ohne Fremdeinwirkung nicht mehr lesbar ist. Wenn einem so etwas einmal passiert ist, macht man zumindest an dieser Stelle keine Kompromisse mehr…

Ich selbst benutze folgende Hard- und Softwarekomponenten*:

Apple MacBook Pro Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Adobe Photoshop Lightroom 2 Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Kartenleser Sandisk Extrememate CF Firewire Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie und Sandisk Extrememate 3in1 USB 2.0 Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Western Digital My Book 2 TB Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Buffalo LS-CH500L LinkStation Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

3. Workflow-Schritte

Der Workflow soll einfach sein, so dass man ihn sich leicht merken kann. Die einzelnen Schritte meines Workflows habe ich daher so zusammengefasst:

  • Import: Dieses Thema besprechen wir im nächsten Artikel. Es geht darum, eine automatisierte und reproduzierbare Methode zu finden, mit der wir die Bilder von der Speicherkarte in den Rechner bekommen.
  • Erste Sichtung: In diesem Schritt werden alle misslungenen Bilder gelöscht.
  • Zweite Sichtung: Nun werden die Bilder nochmal von vorne gesichtet. Es werden dabei Schlagwörter vergeben und evtl. werden die Metadaten um Bildbezeichnung, Bildbeschreibung oder weitere Angaben ergänzt.
  • Bildbearbeitung
  • Export (optional)

Der Workflow besteht damit aus fünf Schritten und sieht insgesamt so aus:

workflow Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Diese fünf Schritte und deren Inhalte kann ich mir leicht merken. Dies ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass ich den Workflow immer gleich anwende und nicht zwischendurch abbreche, weil ich keine Zeit habe oder weil mir die Bearbeitung schlichtweg lästig ist.

Im nächsten Teil unserer Serie dreht sich dann alles um den ersten Workflow-Schritt: Der Import der Bilder.

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