Nachdem wir in den ersten Teilen die Grundlagen besprochen haben, geht es heute darum, wie die Bilder in den Computer kommen. Am Beispiel von Adobe Lightroom 2.5 werde ich zeigen, wie dieser Workflow-Schritt eingerichtet werden kann. Ab hier sind Grundkenntnisse im Umgang mit Adobe Lightroom erforderlich. Fall noch nicht vorhanden, kann man sich diese über diverse Webseiten oder Bücher aneignen. Am Ende dieses Artikeln gibts Linktipps dazu.
4. Der erste Workflow-Schritt: Import
Nun wollen wir uns den ersten Schritt unseres Workflows ansehen:

Beim Einrichten des Workflows ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, wie die Ablage der Bilder organisiert werden soll. Auch wenn Lightroom eine hervorragende Bildverwaltung besitzt und man dadurch eigentlich gar nicht mehr auf Dateisystemebene mit den Bilddateien hantieren muss, halte ich es doch für wichtig, sich über eine Struktur Gedanken zu machen, in der man die Bilder ablegen möchte. Ich habe mich für eine Ablagestruktur entschieden, die folgendem Muster entspricht: Die oberste Ebene stellen Jahresordner dar, darunter befinden sich Monatsordner, darunter wieder pro Shooting ein Ordner, der mit Datum und Titel des Shootings benannt ist.
Beispiel:
2009
–200901
—-20090122_Wanderung-an-der-Ahr
—-20090125_Geburtstag-Thomas
–200902
—-20090204_Natur
—-etc
Als nächstes ist es empfehlenswert, im Dialog “Voreinstellungen” von Lightroom einige Konfigurationsarbeiten vorzunehmen:
Dateinamen-Profil: Beim Import können Dateien automatisch umbenannt werden. Dadurch kann z.B. auch bei Verwendung mehrerer Kamera ein einheitliches Dateinamen-Schema erzwungen werden. Ich verwende folgendes Schema: yyyymmdd-hhmmss.ext.
yyyymmdd steht für das Aufnahmedatum in der Form JahrMonatTag, also ohne Trennzeichen, z.B. 20091204 für den 4.12.2009
hhmmss steht für die Aufnahmezeit in der Form StundeMinuteSekunde , z.B. 120323 für 12.03 Uhr und 23 Sekunden.
ext ist die Dateiendung, in meinem Fall “dng”, weil in RAW fotografiere und die Dateien beim Import vom NEF- ins DNG-Format umwandeln lasse.
Beispiel: 20091204-201504.dng
Es können verschiedene Dateinamen-Profile angelegt und unter eigenem Namen abgespeichert werden. Das folgende Bild zeigt die Dialogbox zur Einstellung des Dateinmanen-Profils mit meinen Einstellungen.
Metadaten-Profil: Beim Import können die Bilder gleich mit Metadaten versehen werden, was in den späteren Worflow-Schritten viel Arbeit erspart. Die Dialogbox ist selbsterklärend, es empfiehlt sich, hier alle Daten einzutragen, die konstant sind. Später, im eigentlichen Importdialog, können noch weitere Metadaten, Stichwörter, eingegeben werden. Diese wirken sich auf den aktuellen Import aus und können von Import zu Import leicht geändert werden. Man kann verschiedene Metadatenprofile anlegen und diesen jeweils eigene Namen geben.
Import: Mit diesen Einstellungen können wir nun unseren ersten Import starten. Wir legen die gefüllte Speicherkarte in den Kartenleser und klicken im Modul “Bibliothek” auf “Importieren”. Es öffnet sich eine Auswahlbox:
Wir klicken auf den Button, der den Namen unserer Kamera bzw. Speicherkarte anzeigt, in diesem Fall “NIKON D300″. Nun öffnet sich die Dialogbox für den Import von Bildern:
Im linken Teil befinden sich diverse Einstellmöglichkeiten, die für den aktuellen Import gelten, aber auch nach dem Ende des Imports gespeichert bleiben. Sie stehen so beim nächsten Import wieder zur Verfügung und können entweder beibehalten oder überschrieben werden. Im rechten Bereich sehen wir eine Vorschau der zu importierenden Bilder. Wir können einzelne, alle oder keine (das wäre Quatsch
) Bilder per Häkchen zum Importieren kennzeichnen.
Im linken Bereich des Importdialogs sehen wir eine Kombobox, in der wir festlegen können, ob die Bilder von der Speicherkarte verschoben oder kopiert werden sollen und ob sie beim Import ins Adobe DNG-Format konvertiert werden sollen. Ich benutze die im Bild gezeigte Einstellung: Die Bilder werden kopiert und während des Kopiervorgangs ins DNG-Format konvertiert.
Eine Zeile tiefer wählen wir den Zielort für die Bilder aus, also das Verzeichnis, das wir vorher für den aktuellen Import entweder im Dateisystem oder im Bibliotheksmodul von Lightroom angelegt haben. Ein Stück weiter unten kann man ein Sicherungslaufwerk bzw. Verzeichnis angeben. Die Bilddaten werden dann parallel zum eigentlichen Import zwar umbenannt, aber nicht ins DNG-Format konvertiert in ein eigenes Verzeichnis abgelegt. Falls sich dieses auf einem anderen Laufwerk befindet, hat man gleich für ein erstes Backup der RAW-Dateien gesorgt.
Darunter, im Feld “Dateibenennung” können wir in einer Kombobox das vorher erstellte Dateinamenprofil (s.o.) auswählen. Wir legen damit fest, nach welchem Schema die Dateien beim Import umbenannt werden.
Im Feld “Anzuwendende Informationen” finden wir auch die Kombobox, in der wir ein Metadatenprofil auswählen können. In der großen Dialogbox darunter können wir Stichwörter eingeben, die für das aktuelle Shooting gelten sollen.
Nachdem wir nun alles festgelegt haben, klicken wir auf die Schaltfläche “Importieren” unten rechts. Der Importvorgang startet nun mit unseren Vorgaben. Je nach Anzahl und Größe Bilddateien dauert das ein einige Minuten. Am Ende des Importvorgangs kann die Speicherkarte gleich ausgeworfen, also als Laufwerk “unmounted” werden. Die Karte kann dann direkt aus dem Kartenleser entnommen werden. Sie enthält jedoch immer noch die Originaldaten, wir haben uns ja entschieden, die Bilder zu kopieren und nicht zu verschieben.
So! Die Bilder sind nun umbenannt, konvertiert, mit den wichtigsten Metadaten versehen und auf den Rechner kopiert worden. Gleichzeitig haben wir ein Backup aller Bilddateien angelegt. Gute Voraussetzungen, um mit dem nächsten Schritt des Workflows weiterzumachen. Wie das geht, erfahren wir in der nächsten Woche.
Linktipps zu Adobe Lightroom:
http://www.lightroom-tutorial.de/
http://kwerfeldein.de/index.php/lightroom-tutorials/