Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (2)

Im zweiten Teil unserer Artikelserie “Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow” dreht sich alles um die benötigte Hard- und Software. Danach geht es mit einer Einführung in die einzelnen Schritte des Foto-Workflows weiter.

workflow Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

2. Hardware und Software

Die Geräteausstattung des Fotografen besteht heute nicht mehr nur aus der Fotoausrüstung, sondern auch aus einer angemessenen Dunkelkammer in Form eines PC oder Apple-Computers. Ich selbst arbeite mit Apple-Computern. An Software für die Bildbearbeitung und –archivierung kommt derzeit ausschließlich Adobe Lightroom zum Einsatz. Lightroom bietet dem Fotografen nach meiner Meinung alle wesentlichen Funktionen, die zum Archivieren, zur Bearbeitung und zur Ausgabe (Export) von Bildern notwendig sind. Lediglich bei speziellen Themen wie z.B. der Entzerrung von Bildern oder der erweiterten Bildbearbeitung mit Ebenen ist noch andere Software erforderlich.

Um die Bilder von der Kamera auf den Rechner  zu laden, empfiehlt sich der Einsatz eines externen Kartenlesers, der über USB oder FireWire angeschlossen wird. Prinzipiell ist es auch möglich, die Kamera direkt – meistens über die USB-Schnittstelle – mit dem Computer zu verbinden. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Übertragung der Bilder dann wesentlich länger dauert als mit einem guten Kartenleser.

Die Speicherung der Bilddaten erfolgt zum Teil auf der internen Festplatte des Rechners,  zum Teil auf einer externen Festplatte. Die Datensicherung erfolgt auf einer externen Netzwerkplatte (NAS-System). Hierzu mehr im letzen Teil dieser Artikelserie.

Sowohl bei der externen Festplatte als auch beim Kartenleser sollte man auf Qualitätsprodukte namhafter Hersteller zurückgreifen. Billig-Kartenleser sind manchmal sehr langsam, das Auslesen einer gut gefüllten 4-GB-Speicherkarte wird damit zum entnervenden Geduldsspiel. Bei der Festplatte auf ein Produkt vom Wühltisch des Lebensmitteldiscounters zurückzugreifen, bedeutet möglicherweise ebenfalls, am falschen Fleck zu sparen: Schnell ist einem die Lust vergangen, weil die Platte sehr langsam ist oder es sind Daten sind verloren, weil die Platte scheinbar aus heiterem Himmel und ohne Fremdeinwirkung nicht mehr lesbar ist. Wenn einem so etwas einmal passiert ist, macht man zumindest an dieser Stelle keine Kompromisse mehr…

Ich selbst benutze folgende Hard- und Softwarekomponenten*:

Apple MacBook Pro Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Adobe Photoshop Lightroom 2 Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Kartenleser Sandisk Extrememate CF Firewire Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie und Sandisk Extrememate 3in1 USB 2.0 Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Western Digital My Book 2 TB Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Buffalo LS-CH500L LinkStation Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

3. Workflow-Schritte

Der Workflow soll einfach sein, so dass man ihn sich leicht merken kann. Die einzelnen Schritte meines Workflows habe ich daher so zusammengefasst:

  • Import: Dieses Thema besprechen wir im nächsten Artikel. Es geht darum, eine automatisierte und reproduzierbare Methode zu finden, mit der wir die Bilder von der Speicherkarte in den Rechner bekommen.
  • Erste Sichtung: In diesem Schritt werden alle misslungenen Bilder gelöscht.
  • Zweite Sichtung: Nun werden die Bilder nochmal von vorne gesichtet. Es werden dabei Schlagwörter vergeben und evtl. werden die Metadaten um Bildbezeichnung, Bildbeschreibung oder weitere Angaben ergänzt.
  • Bildbearbeitung
  • Export (optional)

Der Workflow besteht damit aus fünf Schritten und sieht insgesamt so aus:

workflow Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (2) Thomas Zilch Fotografie

Diese fünf Schritte und deren Inhalte kann ich mir leicht merken. Dies ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass ich den Workflow immer gleich anwende und nicht zwischendurch abbreche, weil ich keine Zeit habe oder weil mir die Bearbeitung schlichtweg lästig ist.

Im nächsten Teil unserer Serie dreht sich dann alles um den ersten Workflow-Schritt: Der Import der Bilder.

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Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow (1)

In der Artikelserie “Schritt für Schritt zum eigenen Foto-Workflow” möchte ich beschreiben, wie Bilder im Rahmen eines Workflows in den Computer geladen, bearbeitet, archiviert und ausgegeben werden können. Dieser Workflow bezieht sich auf Adobe Lightroom. Er stellt nur eine von unzähligen möglichen Varianten dar und ist an meine persönlichen Bedürfnisse angepasst. Andere Fotografen mögen andere Schwerpunkte bei der Entwicklung des persönlichen Workflows setzen, vielleicht dient mein Vorschlag aber doch dem Einen oder Anderen als Diskussionsgrundlage oder als Ausgangspunkt für eigene Entwicklungen.

workflow Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (1) Thomas Zilch Fotografie

In diesem ersten Teil geht es nun darum, einige Vorüberlegungen anzustellen.

1. Vorüberlegungen

Was ist eigentlich ein Workflow? Die Wikipedia liefert hierfür eine einfache Definition:

“Ein Arbeitsablauf (englisch: workflow) ist eine vordefinierte Abfolge von Aktivitäten [...]“.

Unser Foto-Workflow ist demnach eine mehr oder weniger fest vorgegebene Folge von Arbeitsschritten, um Bilder zu importieren, zu bearbeiten und auszugeben.

Welche Aufgaben sollen im Workflow erledigt werden, welche explizit nicht? Für mich (ambitionierter Hobbyfotograf, der sein Geld nicht mit der Fotografie verdient) sind die folgenden Punkte ausschlaggebend:

  • Der Workflow muss einfach handhabbar sein, d.h. ich will in der Lage sein, ihn „auswendig“ durchzuführen.
  • Der Workflow muss das Thema Backup mit abdecken. Dazu gehört auch, dass Bilder die sich gerade „im Workflow“ befinden, ebenfalls vor Verlust geschützt sein müssen.
  • Die Originale der Bilder sollen erhalten bleiben, wie sie aus der Kamera kommen und ebenfalls archiviert werden. Es soll das Prinzip der Analogfotografie verfolgt werden, bei dem das Negativ und das daraus entwickelte Positiv getrennte Objekte darstellen.
  • Die Anforderungen an die eingesetzte Technik dürfen in Bezug auf Kosten und Komplexität nicht hoch sein, damit sie bezahlbar bleibt und im Falle eines Defektes leicht und kostengünstig ersetzt werden kann.
  • Der Workflow muss auch unterwegs ablauffähig sein.
  • Die verwendeten Dateiformate sollen standardisiert sein. Von der Verwendung herstellerspezifischer Formate soll Abstand genommen werden.
  • Der Workflow muss ein definiertes Ende haben. D.h. für jedes Bild muss feststellbar sein, ob es sich noch innerhalb oder bereits außerhalb des Workflows befindet.
  • Die Verschlagwortung soll nur für den eigenen Gebrauch tauglich sein. Ein Befolgen von durch Bildagenturen vorgegebenen Standards ist nicht erforderlich.

All diese Punkte soll der Workflow abdecken. Er tut es auch, wie Sie Ihr in diesem und in den nächsten Teilen der Artikelserie feststellen werden werdet icon smile Schritt für Schritt zum eigenen Foto Workflow (1) Thomas Zilch Fotografie

Nachdem nun die Grundlagen besprochen sind, kann es im zweiten Teil des Artikels, der in einer Woche erscheinen wird, richtig losgehen.

Die weiteren Teile werden folgende Themen behandeln:

  • Teil 2: Hardware und Software
  • Teil 3: Importieren der Bilder
  • Teil 4: Sichtung, Kategorisierung und Verschlagwortung
  • Teil 5: Basis-Bildbearbeitung
  • Teil 6: Ausgabe/Export der Bilder
  • Teil 7: Backup im Workflow und Zusammenfassung des Workflows
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